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Begegnungen (12.05.2019)

 

Einer der Vorteile, eine Website wie kristallos.de zu betreiben liegt darin, daß man vielen wirklich interessanten Menschen begegnet.

So wurde ich einmal von einem alten deutschen Arzt eingeladen, der seinen Lebensabend auf Teneriffa verbrachte. Dort verbrachte ich eine sehr schöne Woche und hatte höchst interessante Gespräche mit ihm. Er war Chefarzt einer großen Klinik in Deutschland gewesen, und am Ende war er sehr frustiert darüber, daß er in unserem "Gesundheitssystem" den Menschen nicht wirklich helfen konnte (bzw. durfte). Er war bereits in seinem neunten Jahrzehnt, und einmal sagte er zu mir, wenn er noch einmal so jung wäre wie ich dann würde er sich nur noch mit den heilerischen Fähigkeiten von Kristallen beschäftigen, denn hierin sah er das größte Potential.

 

Einmal stand ein älterer Mann vor meiner Tür und sagte, er müsse unbedingt mit mir reden. Ich bat ihn herein, wir setzten uns in den Garten und ich kochte eine Kanne Kaffee. Er begann zu erzählen, daß er damals zu DDR-Zeiten als Chemiker in den Leuna-Werken gearbeitet hatte, und dort hatte er zusammen mit einigen Kollegen etwas entdeckt, das die Welt verändert hätte, so seine Worte. Etwas von solcher Tragweite, daß die gesamte Menschheit davon bedroht war. Er und seine Kollegen hätten sich dann geschworen, diese Entdeckung niemals zu veröffentlichen und mit keiner Menschenseele darüber zu reden. Was wahrscheinlich eine richtig kluge Entscheidung war. Aber selbst jetzt, mehr als 20 Jahre später, konnte er kaum an etwas anderes denken. Wissen kann belastend sein, und scheinbar wollte er die Bürde loswerden, oder wenigstens mit jemanden teilen. Ich sagte ihm, daß er die Einzelheiten am besten für sich behält und weiterhin mit niemandem darüber reden soll. Er nickte nur und ging traurig von dannen. Ein einsamer, arbeitsloser und verbitterter Mann, der davon überzeugt war, das dunkelste Geheimnis der Menschheit tragen zu müssen.

 

Eine andere Episode, die mir im Gedächtnis geblieben ist, spielt in Mexiko auf der karibischen Halbinsel Yucatan. Dort gibt es einen Ort namens Tulum, das ist einer der legendärsten Kraftorte. Auf Felsen hoch über dem Meer stehen die Überreste einer uralten Maya-Stadt, die als heilig galt. Ganz nebenbei hat Tulum auch einen der schönsten Strände überhaupt, wo sich Reisende und Aussteiger aus aller Welt treffen und friedlich in kleinen Kommunen direkt am Meer etwas Zeit verbringen, solange bis das Geld alle ist und sie wieder zurück nach Hause müssen.

 

 

Ich saß dort nachts in einer winzigen Strandbar direkt am Meer. Man sieht einen Sternenhimmel, der irgendwie mehr Leuchtkraft hat und zum Greifen nahe ist. Neben mir saß ein junges Paar aus Deutschland, und wir kamen ins Gespräch. Sie waren beide Studenten und hatten lange für diese Reise gespart, und jetzt waren sie einfach nur glücklich, hier zu sein. Schließlich kam die Frage, die irgenwann immer kommt: "Und, was machst du so?" "Ich hab einen online-shop mit Steinen und Kristallen." Das Mädchen schien sehr interessiert. "Und wie heißt dein Shop?" "Kristallos.de" Sie sprang auf und rief: "Das gibts nicht, da habe ich vor kurzem etwas bestellt!"

Und so kam es, daß ich endlich einmal ernsthaft Kundenservice betreiben konnte und einer geschätzten Kundin einen Drink ausgab.